Nächster Stichtag zum Stipendiumsantrag: 31. März 2022
Stiftung Stipendium Gerlacianum

Der Grabstein von Jakob Gerlach, Bruder des Stifters, in der Kirche von Grimersum. Sibrand Gerlachs Grabstein ist vermutlich Anfang des 20. Jh. verloren gegangen.

Das Testament

Zwei Tage vor seinem Tod am 22. Januar 1600 – im Alter von nur 32 Jahren – verfasste der schwer kranke Sibrand Gerlach sein Testament. Vor Zeugen im Haus des Emder Bürgermeisters Luppe Sicken verfügte er, das Studium seiner väterlichen und mütterlichen Familiennachkommen mit einem Stipendium aus seinem Nachlass zu fördern.

Im Rahmen einer akademischen Wanderschaft hatte Gerlach selbst in Wittenberg, Genf, Siena (Italien), Heidelberg und wohl auch in England und Frankreich studiert. Man geht davon aus, dass er mit dem Stipendium nachkommenden Familienmitgliedern Chancen eröffnen wollte, die ihm seine frühe und schwere Krankheit genommen hatte.

Gerlachs Verwandte mütterlicherseits beanspruchten die Ländereien für sich und fochten das Testament wegen eines angeblichen Formfehlers an. Das Amt Greetsiel, das Auricher Hofgericht und das Reichskammergericht Speyer entschieden gegen die Klage. Zwar sind die Unterlagen der letzten Instanz nicht mehr auffindbar, aber die Entstehung der Stiftung beweist, dass der Prozess für die Kläger nicht erfolgreich gewesen sein kann.

In den 1990er Jahren wurde das Original des Testaments wieder gefunden - nachdem es viele Jahre als verschollen galt und vermutlich im Februar 1726 bei bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen stark beschädigt wurde, als das Haus des Curators Jacob Campen in Wirdum geplündert wurde. Eine Abschrift des Testaments aus dem Jahr 1754 ist ebenfalls in den 1990er Jahren aufgetaucht. Beide Dokumente, das Original und die Abschrift, lagern heute im Staatsarchiv in Aurich.

Testamentstext als PDF

Vorderseite der Testamentsabschrift aus dem Jahr 1754 nach der Restaurierung

Rückseite des Testaments